Menschen, Tiere und keine Sensationen Karte von Deutschland mit der Lage des Wendlands Nur ein kleiner Fleck auf der Landkarte. Das Wendland  Deutschlands schönste Landschaft

Als zehn Jahre altes Stadtkind schnupperte ich zum ersten Mal Landluft. Mit meinen Eltern und Geschwistern fuhr ich aus Hamburg hinaus über Lüneburg durch die Göhrde und dann ins Wendland hinein. Zwischen Dannenberg und Lüchow liegt das Dorf Jameln. Dort wollten wir ein altes Bauernhaus besichtigen, das zum Verkauf stand: Strohdach, Fachwerk und in der Tenne ein riesiger, uralter Schwippbogen-Kamin. Im Haus war weder Wasser noch Strom, nur Pumpe und Plumpsklo im Garten. Für ganze 6000 Mark kaufte mein Vater
damals unser Glück. Und heute, über vierzig Jahre später, lebe ich immer noch in diesem Haus. Ich habe ein Restaurant daraus gemacht und abends stehe ich vor dem alten Schwippbogen-Kamin und grille Steaks für
meine Gäste, von denen viele längst zu Freunden geworden sind.

Unter ihnen sind Maler, Schauspieler, Schriftsteller, Journalisten, Fotografen, Karikaturisten. Mit ihren Namen könnte man leicht das Impressum eines internationalen Magazins füllen. Ihre großen Erfolge haben sie draußen in der Welt, hier im Wendland schöpfen sie die Kraft für ihre Arbeit. Wie ich sind sie alle der Vollkommenheit dieser Landschaft verfallen. Sie lieben die jahrhundertealten Eichen, die Störche auf den Dächern der Fachwerkhäuser, die Fischreiher, Kraniche und Kormorane an den Flussläufen, das Treiben der Biber an der Elbe und den oft kauzigen Menschenschlag, der hier immer noch so gut gedeiht. Und vereint sind wir auch in der Angst vor dem geplanten atomaren Endlager Gorleben, das unser aller Leben hier zerstören würde.

Christian Behning, 'Landluft' Verleger und Wirt des 'Alten Haus' in Jameln, wo er seit über 40 Jahren lebt

In dieser Runde ist die Idee entstanden, unserer Heimat ein Denkmal zu setzen mit dem Magazin Landluft, das jetzt zum ersten Mal vor Ihnen liegt. Einzigartig in der deutschen Pressegeschichte ist wohl, dass alle, die daran mitgearbeitet haben, hier im Wendland verwurzelt sind. Eine Redaktion mit vielen großen Namen direkt vor Ort. Während in
den meisten Zeitungshäusern Reporter und Fotografen auf der Suche nach der Sensation ausschwärmen, leben unsere Autoren in den Dörfern oder Städtchen, aus denen ihre Geschichten stammen. Und oft kennen sie die Menschen, über die sie schreiben, schon
eine lange Zeit. Das macht das ganz Besondere unserer „Landluft” aus, seine ganz eigene Qualität.

Und wer nach der Lektüre der ersten Ausgabe unseres Magazins Lust hat, selber einmal echte Wendlandluft zu schnuppern, soll sich auf den Weg zu uns machen. Er ist herzlich willkommen.